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Die Kirche Nuestra Señora de la Asunción

    
Der älteste Hinweis auf die Existenz dieser Kirche findet sich im Jahre 1287. König Sancho IV. vermachte dem Bischof von Astorga mehrere Kirchengebäude, darunter auch die Hauptkirche Rabanals del Camino.

    Seine Bausubstanz wurde im Laufe der Zeit immer wieder erweitert und besteht aus ziegelartigem Schieferbauwerk und unbearbeitetem Sandstein. Die Kirche ist einschiffig. Der geräumige Chorraum wird und durch eine halbrunde Apsis abgeschlossen. Die Sakristei befindet sich im südlichen Teil.

    
Der einzige noch aus romanischer Zeit erhaltene Teil des Gebäudes findet sich im vorderen Bereich der Kirche. Nach außen hin besteht die Apsis aus zwei Ecksäulen, die den Chorraum eröffnen. Einige Spuren weisen darauf hin, dass es sich ursprünglich um vier Säulen handelte, wobei die beiden mittleren und ihre Kapitelle nicht mehr zu sehen sind. In der Apsis existierten die für die Romanik typischen drei Fenster.

    
Im Jahre 2000 wagten wir uns daran, das Innere der Gemäuer weiter zu untersuchen. Nachdem die barocken Zusätze entfernt wurden, erschienen schließlich die Spuren und Überreste der ursprünglichen Architektur. Dabei handelt es sich um vier leicht erhöhte Rundbögen. Die Zentralbögen ruhen auf anlehnenden Säulen, deren Kapitelle mit Verziehrungen aus der Pflanzenwelt ausgestattet sind.

    
Im südlichen Teil der Apsis verbarg sich eine romanische Kredenz, die – durchaus untypisch für ihre Zeit - mit besonderem Dekor verziert wurde. In seinem Inneren öffnen sich drei weitere kleine Nischen, wahrscheinlich zur Aufbewahrung der liturgischen Geräte.

    
All diese Entdeckungen lassen auf eine fortgeschrittene romanische Architektur der Kirche schließen, die aus den letzten Jahren des 12. Jahrhunderts stammen dürfte (vgl. Huerta, Pedro Luis, Enciclopedia del Románico en Castilla y León, Fundación Santa María la Real, Aguilar de Campo, 2002).